Industrielle selbstklebende Prozessfolien und die PPWR
Wie konstruktiver Dialog regulatorische Klarheit schafft

Verbandsarbeit war für uns schon immer ein wichtiger Faktor im Rahmen des Stakeholderdialogs. Dass es heute dabei um viel mehr als Netzwerken geht, zeigt das Beispiel des marktführenden Spezialisten für Oberflächenschutzfolien, POLIFILM PROTECTION. Im Zuge der engen Zusammenarbeit mit weiteren Größen der Branche unter dem Dach des Verbandes AFERA (The European Adhesive Tape Association), konnte im konstruktiven Dialog mit der Europäischen Kommission zu einer entscheidenden Differenzierung zwischen Prozessfolien und Verpackungsfolien beigetragen werden. Ein wichtiger Punkt, der über den Geltungsbereich der PPWR für industrielle Prozessfolien entscheidet und somit über zukünftige Auswirkungen für deren Hersteller als auch Anwender.
Selbstklebende Folien […] werden nicht als Verpackung gemäß Artikel 3 (1) der PPWR eingestuft
Die veröffentlichte Präzisierung der Europäische Kommission bestätigt jetzt (Stand April 2026), dass selbstklebende Folien, wenn sie zur Ermöglichung oder Erleichterung industrieller Prozesse verwendet werden und bis zur weiteren Verarbeitung oder Montage auf Halbfertigprodukten verbleiben, nicht als Verpackung gemäß Artikel 3 (1) der PPWR eingestuft werden. Dieses Ergebnis löst eines der bis dato großen Fragezeichen der betroffenen Industriezweige in Bezug auf die PPWR und bringt Praxisnähe in die Ausgestaltung der Regulatorik.
Gleichzeitig ist dieser Fall ein exzellentes Beispiel dafür, wie Verbandsarbeit eine einheitliche Stimme mit Wirkung erzeugt, die Gesetzgebung so mitgestaltet, dass sie die Realität der Industrie aufgreift. Durch das aktive Herantragen von technischen Details und der kritischen Beleuchtung der Sachlage durch die Branchenexperten, koordiniert durch AFERA, ist die ausgewogene und praktikable Auslegung der Verordnung erst angestoßen worden.
Es geht nicht um Industrie versus Politik […], sondern gemeinsam mit den Akteuren auf EU-Ebene […] zu gestalten.
Marco Filipponi CEO POLIFILM ITALIA S.r.l. und Vertreter der POLIFILM PROTECTION bei der Afera
„Marktakteure müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen und sich frühzeitig einbringen, um Rahmenbedingungen mitzugestalten.“, kommentiert Marco Filipponi, CEO POLIFILM ITALIA S.r.l. und Vertreter der POLIFILM PROTECTION bei der Afera. „Dazu ist es auch nötig, die Perspektive zu wechseln und konstruktiv an der Sachlage mit jenen zusammen zu arbeiten, mit denen normalerweise um Marktanteile gekämpft wird.“ Dabei geht es nicht um Industrie versus Politik, so Filipponi weiter. Sondern darum, die Verantwortung als Branche zu übernehmen und gemeinsam mit den Akteuren auf EU-Ebene zukünftige Bedingungen nachhaltig und ausgewogen zu gestalten.