Neu: DIN SPEC 91441

Prüfverfahren zur Ermittlung der Peelkraft von siegelbaren Packstoffkombinationen

Leicht zu öffnende Verpackungen sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken, ganz gleich ob es sich dabei um flexible oder formstabile Verpackungslösungen handelt. Neben dem klassischen Aufreißmechanismus durch Perforation, prägen vor allem Lösungen das Bild, deren „easy-to-open“-Funktionalität auf peelbare Siegelnähte zurückzuführen ist. Hier einen vergleichbaren Standard zur Ermittlung der Peelkraft zu schaffen, ist Ziel der DIN SPEC 91441, an deren erfolgreichen Ausarbeitung die POLIFILM EXTRUSION GmbH mitwirkte.

Die DIN SPEC 91441 definiert ein Prüfverfahren zur Peelkraft-Ermittlung siegelbarer Packstoffkombinationen mit dessen Hilfe und den darin festgelegten Parametern, es Packstoffherstellern, Abpackern und Maschinenbauern ermöglicht werden soll, vergleichbare Peelkraftwerte zu ermitteln.

„Die Ermittlung ist entscheidend, um die Eignung von siegel- und peelbaren Packstoffen zur Herstellung leicht zu öffnender Verpackungen praxisnah zu bestimmen.“, sagt Dr. Gottfried Weyhe, der das Projekt Seitens POLIFILM EXTRUSION betreut und vorangetrieben hat. „Bisher fehlte ein standardisierter Versuchsaufbau, wodurch die Vergleichbarkeit erschwert wurde.“ Die neue DIN SPEC soll hierbei Abhilfe verschaffen. Das Besondere: der dargestellte Versuchsaufbau zur Prüfung orientiert sich an der realen Handhabung von Verbrauchern. So dient er nicht nur der reinen Ermittlung des Peelkraftwerts, sondern kann auch zur Nachstellung auftretender Fehlerbilder beim Packungshandling während der Packstoffprüfung herangezogen werden. Dies funktioniert dann, wenn mindestens ein Siegelpartner aus flexiblem Packstoff besteht bzw. sich leicht verformen lässt, denn auf dieser Konstellation ist das Prüfverfahren aufgebaut.

„Im Rahmen unserer technischen Folien beschäftigen wir uns täglich mit der Peelkraft und der Siegelfähigkeit von Stoffen, um für unsere Kunden die passenden Lösungen zu entwickeln. Die Mitarbeit an der Schaffung von Standards zur Bewertung der Produkteigenschaften hat somit einen hohen Stellenwert für uns.“, kommentiert Dr. Weyhe das Engagement für die Mitwirkung an der Veröffentlichung, die aus dem Projekt „PeelStrength - Entwicklung und Normung eines praxisnahen Prüfverfahrens zur Ermittlung der Peelnahtfestigkeit an Verpackungsfolien“ hervorgeht, welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Förderbekanntmachung WIPANO –„Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ (Förderkennzeichen: 03TNG005C) gefördert wurde.

Verfügbar zum kostenlosen Download ist die DIN SPEC auf der Seite des Beuth-Verlags (hier). 
 

Was ist eine DIN SPEC?
Die DIN SPEC kann als eine Art Vorstufe der DIN NORM verstanden werden. Anders als bei der DIN NORM besteht bei der DIN SPEC keine Konsenspflicht, wodurch sie innerhalb weniger Monate realisiert werden kann. Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die zuständige Arbeitsgruppe bei einer DIN SPEC wesentlich kleiner aufgestellt ist, als es bei der DIN NORM der Fall ist. Dennoch - die Verläufe zur Erstellung der DIN SPEC sind stark an die der DIN NORM angelehnt.